Fotoausstellung „Ein Denkmal im Verfall - Die Glashütte Süßmuth" im Glasmuseum Immenhausen

Eröffnung der Ausstellung am Samstag, den 5. November 2016, um 15 Uhr (Eintritt frei)
Fotoausstellung vom 5. November 2016 bis 27. Januar 2017

Ungewöhnliche, spannende Motive lassen sich in alten Fabrikgebäuden finden. „Lost places“ werden verlassene Orte genannt, die überall auf der Welt die Fotografen anlocken. Mit Anne Jellonek, Reinhold Kilbinger und Walter Schartel machen sich drei Hobby-Fotografen auf die Jagd nach den interessantesten Ansichten, die die seit 20 Jahren leerstehende Produktionshalle der ehemaligen Glashütte Süßmuth in Immenhausen bietet. Und mit den Augen der Fotografen sehen sie mehr als nur den Schandfleck in Immenhausen, sie entdecken aus ihrer Perspektive eine Ästhetik, die im Detail liegt. Die denkmalgeschützten Gebäude auf dem Gelände am Glasmuseum erinnern nur noch wenig an die ehemalige Manufaktur und ihre ursprüngliche Nutzung: Schmelzöfen sind abgebaut, Scheiben eingeschlagen, Wände mit Graffitis besprüht. Von der einst erfolgreichen Glashütte, in der hochwertige Trinkglasserien, Vasen, Schalen und andere mundgeblasene Artikel hergestellt wurden, ist nicht mehr viel übrig. Umso spannender ist das, was die Fotografen bei ihren Streifzügen über das Gelände und durch die leerstehenden Hallen noch entdecken konnten: verlassene Räume, Relikte der Glasmacherkunst, persönliche Gegenstände der Glasmacher, verlassen und verloren in den teilweise verwunschen anmutenden Gebäuden. Beeindruckende Fotos sind bei diesen Touren entstanden, die einen sehr ästhetischen Blick auf den Verfall des Kulturdenkmals mit seinem morbiden Charme geben.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.glasmuseum-immenhausen.de oder telefonisch im Glasmuseum unter 05673 – 2060.  

Öffnungszeiten Glasmuseum Immenhausen
Dienstags bis donnerstags: 10 – 17 Uhr
Freitags bis sonntags: 13 - 17 Uhr
Feiertage auf Anfrage

BLAUER SONNTAG AUF ACHSE: Kaufungerinnen vor hundert Jahren – eine Spurensuche

Sonderführung durch den Ortskern Oberkaufungen am Freitag, den 18. November 2016
Treffpunkt
14.15 Uhr an der Tramhaltestelle Oberkaufungen-Bahnhof (Tram 4 Kassel - Helsa)
Ende
gegen 15.30 Uhr im Regionalmuseum Alte Schule Kaufungen, Schulstraße 33
Anmeldung erforderlich unter an(at)blauer-sonntag.de oder Frau Jentsch, Tel. 0561 70949-11

Frauenalltag zwischen Fabrik, Haushalt, Landwirtschaft und Gemeinschaftsleben: Eindrücke, Einsichten und offene Fragen - unterwegs zwischen Industrieviertel und den Neubauten an der Schulstraße.

Oberkaufungen gehörte vor hundert Jahren zu den „Industriedörfern“ im Lossetal. Fabriken prägten den Ort. Es gab zahlreiche Lohnarbeitsplätze. Sie veränderten die Tagesabläufe im Dorf. Arbeiterfamilien aus Kassel fanden hier preiswerten Wohnraum und ein Stückchen Land zur Selbstversorgung. Der Großteil der dörflichen Haushalte hatte Kleinvieh, Garten, Grabeland oder einen kleinen Acker. Für Bewirtschaftung, Ernte oder Vorratshaltung waren überwiegend Frauen und Kinder zuständig. Mit einer Reiseführerin begeben wir uns ins Oberkaufungen des Jahres 1912. Wir treffen dort Frau Ilse. Sie zeigt uns ihren Wohnort und berichtet dabei aus ihrem Alltag...

Die Gruppe hat im Anschluss Gelegenheit, das Regionalmuseum mit seinem Schwerpunkt „Dorfleben im Industriezeitalter“ zu besichtigen. Aktuelle Sonderausstellung: „Mobil! Vom Laufen, Fahren, Transportieren, Radeln, Reiten, Rollern, Rennen... in Kaufungen“.

BLAUER SONNTAG 2016

Impressionen vom 9. BLAUEN SONNTAG in Nordhessen. Herzlichen Dank an Standorte und Besucher!

Presseerklärung vom 01. August 2016

Das Salzmann-Forum, der BDA und das KAZ begrüßen die Gerichtsentscheidung, womit die Forderungen der Stadt nach Sicherung des „Industriedenkmals Salzmann“ unterstützt werden. Damit wird der Denkmalschutz dieses wichtigen Zeugnisses der Kasseler Industriekultur als öffentliches Gut gestärkt. Die juristischen Winkelzüge und Verzögerungstaktiken des Eigentümers, das Kulturdenkmal im Herzen von Bettenhausen dem Verfall preiszugeben, werden eindeutig verurteilt (siehe HNA vom 19.7.16).

Der Weg ist jetzt endlich frei, das gesamte Gebäude-Ensemble einschließlich der bau- und kulturhistorisch besonders wertvollen Oberlichtsäle vor weiterem Verfall und Zerstörung zu schützen. Denn die weitgespannte Halle mit ihren halbrund geformten Rippen aus Eisenbeton ist eines der großen Schätze dieses Industriedenkmals. Die filigran wirkende ca. 1300 Quadratmeter große Halle mit ihren Lichtbändern entstand 1912/13 als ein Beispiel der modernen Ingenieur-Baukunst in Kassel und ist, versteckt hinter der neugotischen Backsteinfassade, den meisten Bewohnern Kassels unbekannt. Mit ihrer innovativen Eisenbeton-Konstruktion, dem Vorläufer des jetzt allgemein bekannten Stahlbetons, wurde sie zur gleichen Zeit gebaut wie die Jahrhunderthalle in Breslau, die heute als Weltkulturerbe Berühmtheit erlangt hat... (Foto: Simone Natascha Ratz)

Hier die komplette Presseerklärung als pdf

Wer mehr über Salzmann erfahren will, kann am BLAUEN SONNTAG einen rasanten Streifzug durch 130 Jahre Firmen- und Menschengeschichte zusammen mit Oliver Leuer unternehmen ...

Curt von Brocke und das architektonische Erbe von Henschel in Kassel

Beitrag von Dr. Thomas Wiegand in "Denkmalpflege & Kulturgeschichte" 2-2016

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Denkmalpflege & Kulturgeschichte", herausgegeben vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen (kann über www.denkmalpflege-hessen.de bezogen werden), ist ein wunderbarer Beitrag von Dr. Thomas Wiegand über den Architekten Curt von Brocke und das architektonische Erbe von Henschel in Kassel vertreten.

Curt von Brocke entwarf in den Jahren zwischen 1918 und 1935 für die Firma Henschel mehrere Gebäude, wie z. B. Wasserturm und Turbinenhalle im Werk Rothenditmold (1919 und 1922). Er gestaltete maßgeblich den Ausbau des Henschel-Werkes Mittelfeld.

Abbildung: Werkhalle der Holzwerkstatt M11 (Entwurf Curt von Brocke, 1921), 2013, Foto: T. Wiegand, Kassel, aus: Denkmalpflege und Kulturgeschichte 2-2016, Seite 25

Sonderausstellung Simone Fezer "verwurzelt"
16. Juli - 30. Oktober 2016
Ausstellungseröffnung am 16. Juli 2016 um 15 Uhr
Glasmuseum Immenhausen

Mit Simone Fezer präsentiert das Museum eine Künstlerin, die mit dem Material Glas vorzugsweisein raumgreifenden Installationen arbeitet. 1976 in Waiblingen geboren, besuchte sie zunächst freie Kunstschulen und entdeckte 1996 im Bild-Werk Frauenau durch die skulpturale Arbeit mit Glas ihre Begeisterung für dieses Material. Als Schülerin und Assistentin verschiedener Künstler machte sie sich schließlich auf dessen Spuren auf die Reise. Sie lernte und arbeitete an Schulen und in privaten Studios in Europa und den USA. Ihre Arbeiten entstehen bis heute an wechselnden Plätzen, zwischen den Orten, in angemieteten und improvisierten Werkstätten. Eigens für die Immenhäuser Ausstellung konzipierte Simone Fezer eine an den Vitrinen als Schaukästen ausgerichtete Installation aus großenformgeblasenen Figuren, aus denen erblühende Wurzeln strömen. Hier reichen die Wurzeln nach außen, werden aus einer Überfülle geboren und feiern die Schönheit, Zerbrechlichkeit und Vielfalt der Welt. Diese werden neben großen, raumspezifisch neu installierten Arbeiten zu sehen sein, die das Oben mit dem Unten und das Innen mit dem Außen verbinden .Hinzu kommen kleinere Arbeiten und korrespondierende Zeichnungen und Aquarelle, die de nEinblick in die Arbeits- und Gedankenwelt der Künstlerin erweitern.

Weitere Infos: www.immenhausen.de/glasmuseum